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Erste Version (Radio Uraufführung 1949)
Bühnenversion aufgeführt 1951– 1961
Letze Version von 1972, Uraufführung 11.11.2018

Was bedeutet Zivilcourage heute? Und was hat die Apokalypse zu tun mit Demokratie, Jazz, Umweltschutz, dem Kriegsende vor 100 Jahren und mit unserer Gegenwart heute? Die Antworten gab die Uraufführung, ein Film von 1958 und Plant fort he Plant am 11. November 2018 im Herkulessaal in München.

Uraufführung, 11.11.2018 • 100 Jahre 1. Weltkrieg

Programm

  • Kunstfilm „apocalypse“ (1955), Gisbert Hinke
  • Vortrag von Frithjof Finkbeiner (Vorstand „Plant-for-the-Planet“ Foundation) und Benedikt Eder (Botschafter bei „Plant-for-the-Planet“); Schirmherr: Felix Finkbeiner
  • Umbaupause mit Bewirtung im Foyer
  • Jazz-Kantate „Apokalypse“, Uraufführung der Neufassung (1972), Karl Feilitzsch

Besetzung

Audio-Dateien des Hauptwerks „Apokalypse“
in der Fassung von 1972, aufgeführt im Herkulessaal München am 11.11.2018

Kritiken 2018

Der Komponist hat mit der künstlerischen Entscheidung, uns allen ein Werk mit dem Titel „Apokalypse“ zu hinterlassen, eine einmalige Entscheidung getroffen.

Grade im Zusammenhang mit unserer ausgebeuteten und zum Teil vergifteten Natur, die uns Menschen mitvergiftet (Glyphosphat und viele andere Künstlich hergestellten Chemikalien einschließlich des Plastikmülls) hat er mit der Auswahl seiner Texte einen Nerv getroffen, der uns noch weiter aufweckt, den Schöpfungsgedanken „Erde“ und damit auch die Schöpfungsgedanken Mensch, Tier, Pflanzen, Luft, Wasser, Nahrung usw. jeden Tag neu zu überdenken.

Was seine kompositorischen Gedanken und Fähigkeiten anbelangte, so waren diese grade in der Nachkriegszeit eine ganz herausragende Tat. In der NS-Zeit waren bekanntlich vor allem „Märsche“ die bevorzugte Musik der Nazigranden. Diese hatten ja, wie wir wissen, auch in der Welt der bildenden Künste durch ihre Einschränkungen in punkto „entartet“ furchtbar gewütet.

Der Jazz, der ursprünglich ja eine afroamerikanische Entwicklung war, und viel Ursprünglichkeit in sich trug war für Ihren Herrn Vater grade durch seine Ursprünglichkeit eine wirkliche Nachkriegs-Alternative zu deutschtümmelnder Nazimarsch-und Kriegsmusik. Verbunden mit den kompositorischen Entwicklungen in Europa und in den USA in seiner späteren Lebenszeit nach dem 2. Weltkrieg hat er dann bis in die neunzehnhundertsiebziger Jahre an seinem Werk „Apokalypse“ weitergearbeitet. Er hat dabei einen sehr eigenwilligen modernen und gleichzeitig spontanen Stil geschaffen, der sehr zu schätzen ist.

Darf ich jetzt noch folgendes beifügen:

Viele Kollegen und andere Besucher haben mich nach der Veranstaltung angerufen und alle waren sehr begeistert von der gesamten Aufführung. Alle Genannten waren in irgend einer Form im Bereich der Kultur tätig.

Margarete Adler-Koerber
Regie

Brief der Regisseurin Margarete Adler-Koerber an den Hauptrollensprechern Stefan Wilkening:

„Lieber Herr Wilkening,

Mir war immer klar, daß nur Sie für die Inhalte des Werkes tiefes Wissen, passende Darstellungsmittel, Musikalität und selbstverständliche Ernsthaftigkeit mit unverwechselbarem Stimmklang zur Verfügung haben würden. Jetzt mag ich Ihnen folgendes hinterherrufen: Sie haben mit all Ihren Facetten tatsächlich die Texte überragend dargestellt. Die rhythmischen Details ebenso wie die reine Wortgestaltung. Und ich habe alle johannäischen altdeutschen Luthertexte, von Ihnen vorgetragen, mit besonderer Rührung neu erlebt.

Ich wußte auch, daß Ihnen genau dieser Text mit der deutsch-schweren und gleichzeitig modernen “Jazz”- Musik Spaß machen würde. Es war einfach nur großartig, daß Sie zu dem Termin 11.11.2018 als ich Sie anfragte, noch Zeit hatten.“

Brief der Regisseurin Margarete Adler-Koerber an den Hauptrollensprechern Stefan Wilkening

Danke für diesen außergewöhnlichen und besonderen Abend! Ich habe gerade Kollegen aus dem Münchner Rundfunkorchester getroffen, die mitwirkten. Alle waren ausnahmslos begeistert!Hoffentlich geht das Projekt weiter… Schade, dass Ulf Schirmer damals nicht angebissen hat und die Apokalypse nicht in die Konzertreihe „Paradisi Gloria“ aufgenommen hat. Ich spiele gerade im Rundfunkorchester in dieser Reihe. Die Apokalypse würde wunderbar dort hineinpassen….. Patrick Hahn wurde übrigens auch sehr gelobt; ich fand ihn hervorragend!

Christophe Gördes
Kammeroper München

In GP zu Karl Feillitzschs “Apokalypse“ aus Mitte der 50er für 2 Sänger, Sprecher, kleinen Männerchor und Jazzensemble. Mit u.a. Dirigent Patrick Hahn, Sänger Christian Rieger, Jürgen Sacher und den Sprechern aufgeteilt auf Stefan Wilkening, Christopher Robson und ElnaLindgens heute, 11.11.18 18 Uhr im Herkulessaal der Residenz München. Ein eigenartiges Musikwerk zwischen BRD-Jazz, Funkoper, Kantate, Kirchentag, gemäßigter zeitgenössischer Musik, Proto-Grünen. Man denkt auch an Brecht/Hindemith, K. A. Hartmann, Orff und in Anflügen B.A. Zimmermann/Schoof. Spannendes Zeitdokument.

Alexander Strauch
Komponist

Es ist und war mir eine große Ehre, bei IHRER (denn Sie haben alle Fäden gesponnen und gespannt)Apokalypse dabei sein zu können. Ganz gut, dass der Freund Ninos keine Zeit hatteJ, diese Partie zu singen…. Die Jazz-Passagen(der Klavierpart hätte in dieser Version vielleicht ein bisschen improvisatorischer und anrüchiger ausfallen können) erinnern mich ein wenig an Hieronymus Bosch‘ Bilder. Am eindrücklichsten fand ich aber das „Auslaufen der letzten Tage“ in den immer wiederkehrenden Chorälen. Bei den ersten Chorproben fand ich Patrick zu langsam an diesen Stellen; es erwies sich aber doch als klug, sie so „ewig“ zu nehmen und ins letzte einsame Amen zu führen.

Meine Eltern waren fasziniert, einer meiner Freunde fand es spannungslos, andere meditativ und aufwühlend zugleich – ALLE spitzten sie die Ohren!

Und wenn ich so nachdenke, fällt mir auf, dass der Anfang fast ein bisschen bekifft klingt mit dem schwankenden Saxophon.Johannes, oder wer den Text auch verfasst haben mag, war sicherlich auch in irgendeiner drogenähnlichen Ekstase.Das muss man sich erst mal trauen, so ein Intro!!

Christian Rieger
Bass-Bariton Bayer. Staatsoper

Und ich muss Ihnen gestehen, dass dieses Projekt mir richtig ans Herz gewachsen ist! Als ich mit der Arbeit daran begann, war es für mich einfach ein Projekt und eine große Herausforderung, die auch viel Fleiß erforderte! Aber während der intensiven Proben mit Nino, Margarethe Adler und dann Patrick, wurde mir immer klarer, dass dies etwas Besonderes ist! Diese Kompositionen hat einen Sog, der mich hineingezogen hat! Und so war dann die Performance auch für mich ein Geschenk! Ich bin jedenfalls dankbar für die Begegnung mit diesem Werk!

Stefan Wilkening
Sprecher

It was a super concert, and a wonderful event all round. I enjoyed getting to know “Apokalypse” so much better in those last couple of weeks leading up to the performance. How different it is when one hears it played and sung so well. It is very challenging music to perform but such fun to be a part of, especially with such wonderful musicians and loveable colleagues. And that young man Patrick – what a talent, what a complete star! As I get older I am increasingly amazed by the wealth of brilliant and talented young musicians surrounding us, but Patrick is very special. I envy him!

I had a lot of friends at the performance, and all of them remarked on how relevant and contemporary “Apokalypse” feels today. My landlady, Diemut Kuebart (who is 95 years old) was very moved by the whole evening, and said that the end gave her a wonderful sense of hope and optimism. Although she is not very religious (she leans very strongly towards Humanism) she remarked that the text is often misrepresented as a totally doom and gloom thing, full of horror. She understood in it the offer of love and redemption, and a new beginning that brings hope and joy to the world. I was sorry she couldn’t come to the Brenner for dinner in the end (she knows from experience that her hearing aid would not be able to cope with the noise), but I am so happy that she left the concert feeling so rewarded. My two friends who did come to dinner with me were also touched by the performance, mentioning particularly about how the tension of the piece was so great that the last few minutes felt like a wonderful release.

Christopher Robson
Counter Temor Kammersänger d. Bayer. Staatsoper

Feilitzschs Jazz-Kantate bleibt in ihrer gedanklichen Präzision für mich immer aufregend und lebendig. Sie spielt lustvoll, aber nicht beliebig, mit verschiedenen musikalischen Stilrichtungen und überrascht, dem schweren Thema zum Trotz, mit großer klanglicher Sinnlichkeit – etwa in der „Babylon Arie“, in der Tenor und Saxophon fast trunken die Zerstörung der Stadt besingen, oder dem „Heuschrecken Song“, der das Unheil im rasanten Rumba-Rhythmus über die Erde einbrechen lässt.
Dabei war für mich als Schauspielerin interessant zu sehen, wie klug Feilitzsch mit den Sprecher-Stimmen umgeht und wie wirkungsvoll er sie einzusetzen weiß – auch in den zwei signifikanten Nummern „Heuschrecken Song“ und „Song von der bösen Drüse“, bei denen der Wechsel von Männer- zu Frauenstimme zu einer situativen wie klanglichen Zuspitzung führt. Überhaupt zeigt Feilitzsch ein sicheres Gespür für Dramaturgie, eine große Affinität zur Bühne. So wirkt die Komposition trotz ihrer Komplexität nie wie eine Kopfgeburt, sie verlangt Interpreten wie Zuhörern eine hohe Konzentration ab, ohne sie in ihrer Fantasie einzuengen, und verliert selbst im Angesicht der Apokalypse nicht an Leichtigkeit und Humor.

Lindgens

„Sie baten mich um eine ehrliche Meinung zur „Apokalypse“ Ihres Vaters:
Es war mir eine große Freude, dieses Werk spielen zu können, ja zu dürfen! Ich bin viel auch mit zeitgenössischer Musik unterwegs und es passiert leider viel zu selten, dass sich Werke einbrennen. So geriet es aber im Verlauf der Proben und beim Konzert. Ich bin Ihnen für Ihren Einsatz und die dadurch erst möglich gewordene Erfahrung zutiefst dankbar und wünsche mir, dass es noch etliche Aufführungen geben wird.“

Peter Schlier

„Eine Woche her, aber immer noch nicht ganz kapiert: Was für ein riesiges Glück, Teil dieses Projektes gewesen zu sein und mit diesem unglaublichen Ensemble auf einer Bühne gestanden zu haben!!!
75 hochkonzentrierte Minuten mit den fantastischen Musikern und nicht weniger großartigen Menschen Patrick Hahn, Stefan Wilkening, Christopher robson, Jürgen Sacher, Christian Rieger, Nino Chokhonelidze, den Herren aus dem Chor des Bayerischen Rundfunks und den Mitgliedern des Orchesters Klang Verwaltung, in denen plötzlich alles aufging und als Ganzes zu Klingen begonnen hat. Danke!!!“
Brief an die Veranstalterin:
„Feilitzschs Jazz Kantate bleibt in ihrer gedanklichen Präzision für mich immer aufregend und lebendig. Sie spielt lustvoll, aber nicht beliebig, mit verschiedenen musikalischen Stilrichtungen und überrascht, dem schweren Thema zum Trotz, mit großer klanglicher Sinnlichkeit – etwa in der „Babylon Arie“ , in der Tenor und Saxophon fast trunken die Zerstörung der Stadt besingen, oder dem „Heuschrecken Song“, der das Unheil in rasantem Rumba-Rhythmus über die Erde einbrechen lässt. Dabei war für mich als Schauspielerin interessant zu sehen, wie klug Feilitzsch mit den Sprecher-Stimmen umgeht und wie wirkungsvoll er sie einzusetzen weiß – auch in den zwei signifikanten Nummern „Heuschrecken Song“ und „Song von der bösen Drüse“, bei denen der Wechsel von Männer- zu Frauenstimme zu einer situativen wie klanglichen Zuspitzung führt. Überhaupt zeigt Feilitzsch ein sicheres Gespür für Dramaturgie, eine große Affinität zur Bühne. So wirkt die Komposition trotz ihrer Komplexität nie wie eine Kopfgeburt, sie verlangt Interpreten wie Zuhörern eine hohe Konzentration ab, ohne sie in ihrer Fantasie einzuengen, und verliert selbst im Angesicht der Apokalypse nicht an Leichtigkeit und Humor.“

Elna Lindgens in Twitter Klassikinfo.de

„Gerne komme ich Ihrer Aufforderung nach, ein paar Zeilen zum Werk Ihres Vaters nachzureichen. Zunächst einmal mein persönlicher Dank für Ihr Engagement, ich habe es sehr genossen als erster Tenor im Ensemble dabei sein zu können. Die bisher veröffentlichten Rezensionen kann ich nicht gänzlich nachvollziehen, natürlich ist das Stück von einer zeitgeistigen Suche nach der Form geprägt (die Frage ist für mich eher, ob die spätere Dekonstruktion mit musikalischen Mitteln zielführender ist bzw. war), dabei sind einzelne Teile aus meiner Sicht aber von bestechender Qualität und Intensität. Gerade die jazzigen Teile (BoogieWoogie), wie auch insbesondere das Saxophon/Tenorsolo haben sich bei mir eingebrannt. Es lässt sich nicht leugnen, dass es auch handwerkliche Merkwürdigkeiten (z.B. in Teilen der Choralbearbeitungen) gibt, über den teils klerikalen Duktus kann man auch unterschiedlicher Auffassung sein, dennoch empfinde ich das „große Ganze“ als ein sehr inspiriertes und mitreißendes Werk, dass in einem sehr würdigen Rahmen erfreulicherweise wieder aufgeführt werden konnte.“

Bernhard Schneider (Tenor BR-Chor)

Text und Partituren der Apokalypse als pdf-Datei

Falls Sie Interesse haben, das Werk „Apokalypse“ genauer kennenzulernen können Sie die Partituren kostenfrei herunterladen. Falls Sie eine Aufführung planen, bitten wir Sie darum, die entsprechenden Aufführungsrechte einzuholen.

Video-Audio-Datei der “Apokalypse” in der Fassung von 1972
Herkulessaal München, 11.11.2018

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Karl Feilitzsch zu seiner Apokalypse von 1949 im Radio (BR Archiv 1.8.1949)

Kritiken-Apokalypse-1949

Kritiken 1949-1961

Apokalypse, Hörspiel 1949

„Neue Bahnen sucht mit leidenschaftlichem Gestalterernst Karl von Feilitzsch in seiner Apokalypse, die einen biblischen Text an modernste musikalische Ausdrucksmittel, vor allem Schlagzeugwirkungen und sogar Jazz Elemente zu binden sucht. Auch weiß Feilitzsch um die magische Wirkung ostinater Wiederholungen, die übrigens auch funkisch ergiebig sind.“
H.Grohe, Die Radiowelt 25.9.1949

Ende Gut-Alles Gut, Kammerspiele München, Sylvester 1949
W. Shakespeare

„Am Sylvesterabend schien der Zauber zwischen Parkett und Bühne zu weben und zu schweben. Als die ersten Takte der Bühnenmusik des Barons von Feilitzsch erklangen – Verdienst der verblichenen „Schaubude“, ihn ans Licht geholt zu haben – rieselte ein feiner Sprühregen von guter Laune durch das Haus“.
Walter Kiaulehn, Münchner Merkur, 2.1.1950

„Das was unmittelbar ansprach und aus einem noch frischen Grund zu quellen schien, war die Musik; offenbar hatte ihr Komponist Karl von Feilitzsch von der kostbaren Unabhängigkeit dieser Sternenkunst den rechten Gebrauch gemacht. Sie strampelte, sie tönte, sie tat, was sie Lust hatte, aber sie hatte immerhin welche“.
Hans Braun, Neue Zeitung München, Jan 1950

Apokalypse, Bühnenversion Uraufführung  1951

„Dergleichen erlebte man in Europa noch nicht: Bibelworte, Bruchstücke aus der Offenbarung des Apostels Johannes, gesprochen und gesungen zu den Klängen einer Jazz Band. Man hatte zunächst Snobistisches, Blasphemistisches vermutet – und man verließ tief angeregt das Brunnenhoftheater in den Ruinen der Münchner Residenz, auf dessen unwirtlicher Bühne sich dieser so verwegene wie von großem Ernst erfüllter Versuch begab…“
H. Rede, Hamburger Echo, Bremer Nachrichten, Rhein Neckar Zeitung.

„Ein kühnes Experiment!“ wenn es gelang die großartige Phantastik der johanneischen Offenbarung in der Fassung der lutherischen Wortkunst einem modernen Theaterpublikum zum Erlebnis werden zu lassen, so ist das immerhin etwas. Und daran kann kein Zweifel sein: Die paar hundert geistig interessierten Menschen, die am Schluss der hervorragenden Aufführung der ersten Veranstaltung der Münchener Uraufführungsbühne Beteiligten, vor allem Karl von Feilitzsch und Albert Hoermann, immer wieder begeistert dankten, die waren alle eines großen Erlebnisses teilhaftig geworden.“
Die „Neue Zeitung“ – die erste von den Alliierten unzensierte, eigenständige Zeitung Münchens nach dem Krieg –am 23.10.1951.

„Jazz – apokalyptisch – Das Publikum sagt „JA“, ich sagte „Nein“ und lehne die Apokalypse als Schaubuden Sensation auf das entschiedenste ab schrieb Graf Kalkreuth im Leserbrief.

„Welch ein Wagnis, die bildreiche Sprache und die Wucht der religiösen Aussage der apokalypse in Töne zu bannen“…“großartig und rätselhaft…“, „die Aufführung unter der Leitung des Komponisten war von außerordentlicher Geschlossenheit und Eindringlichkeit“ schrieben Das Abendblatt, der Münchner Merkur, der Bayerische Rundfunk (Life Sendung) und die SZ sprach von „einem Weltgefühl des modernen Menschen“.

Mischa Spoliansky, der Londoner Komponist schrieb er hätte seit Jahren nichts mehr erlebt, was in einem solchen Maße beindruckte.

Der Student von Prag, Uraufführung Pantomime, Kammerspiele, München, Mai 1950
Tanzdrama/Pantomime von Helge Pawlinin nach dem Filmdrama von Stellan Rye 1913

„Die Musik von Karl von Feilitzsch schien zunächst mit Bravour – an Weill vorbei – und dann einwenig zu ‚hoch’ zu gehen. Eine ‚Mystifikation der Romantik’ verträgt so grelle Töne nicht, und doch schien es im ganzen kein schlechter Zusammenklang zu sein“.
Werner Suhr, Neue Zeitung, Mai 1950

„ Wie aber ist die Musik von Karl von Feilitzsch?Sie ist unterschiedlich; wohl hauptächlich illustrierend, führt sie doch zuweilen ein betontes, fast krasses Eigenleben. In verschiedenen musiklosen Szenen war die Spannung vom Abbruch bis zum Wiederklingen deutlicher Erweisihrer mitbewegenden Existenz.
Otto Friedr. Regner, SZ, Mai 1950

„Die Musik (Karl v. Feilitzsch)ist scharf im Rhythmus, erregend, brutal, witzi; eingefügte klassische Tanzweisen genoß man wie himmlische Ambrosia, doch ohne jener zu zürnen“.
Peter Trumm, Münchner Merkur, 12.5.1950

Der Widerspenstigen Zähmung, W.Shakespeare, Kammerspiele, Januar 1953

„Mit beinahe jeder Aufführung erweist der Komponist sein dramaturgisches Feingefühl. Hier gibt es keine Untermalung mehr, nur noch Aktion, nur noch Motor. Dazwischen eine Vokalarie im italienischen Geschmack von geradezu berückender Schönheit und so modern im Rhythmus, dass sie jedes Ohr entzückt und noch am Tage danach im Hörer klingt.“
W. Kiaulehn, Münchner Merkur, 19.1.1953

Victoria, Burgtheater Tournée, 1956
Nach Knut Hamsun

Uraufführung September 1956, Akademietheater, Wien:
“Die Musik von Karl von Feilitzsch aber sorgte einfühlsam für die notwendigen Stimmungsübergänge”.
Heinz Kindermann, Wiener Tageszeitung, 13.9.1956

Mannheim: „Die sehr dezente Bühnenmusik von Karl von Feilitzsch entspricht in allem den fühlbaren Intentionen Billingers“.
Emil Belzner, Rhein-Neckar Zeitung, 10.1.1956

Bad Homburg:   „Die derart zerissene Stimmung konnte auch die einfühlsame, konservierte Musik von Karl von Feilitzsch nicht zusammenflicken“.
H.Bernecker, Tannsbote, Bad Homburg, 11.1.1956

Stuttgart: „Die eigentümlichen Sätze Hamsuns, ohne Anfang und Endewie von weitem hergeholt, Welle auf Welle verfließend und versandend, erstarren nun zu harten Konturen, notdürftig verbunden durch eine wehmütige Zwischenaktmusik von Karl von Feilitzsch, die hinter dem Vorhang ertönt und den Zauber der Melanchlie ‚nachahmt’, die in Hamsuns Sprachmelodie klingt“.
R.B. Stuttgarter Zeitung, 17.1.1956

Heidelberg:„Es blieb die Begegnung mit der Gol und mit Meinrad, es blieb die hervorragende Zwischenmusik von Karl von Feilitzsch und es blieb, nach anfänglichem Zögern, die Entschlossenheit eines freundlichen Publikums, am Ende doch wenigstens im Applaus  zu dem (mit Recht) erwarteten großen Theaterabend zu kommen.
Heinz Ohff, Heidelberger Tagblatt, 18.1.1956

Bern:“ Die hintergründige Musik Karl von Feilitzschs kultiviert und die Stimmung tragend“.
A.H.S., Der Bund, Bern, 1.2.1956

Basel:„Karl von Feilitzsch hatte eine wehmütige Bühnenmusik geschrieben, die wenigstens noch einen dünnen Faden von nordischer Stimmung auf die Bühne zu zaubern vermochte“.
j.p.b., Basler Nationalzeitung, 31.1.1956

Hameln:„Die Bühnenmusik klang wie Kinoorgel…“
Dr. Fischdick, Weser Zeitung, Hameln 13.2.1956

Hannover:„Die elegische Zwischenmusik (Karl von Feilitzsch) ging zumeist unter in dem Hüsteln der Zuschauer“.
Friedrich Rasche, Hannoversche Presse, 15.2.1956

„Karl von Feilitzsch hatte eine Zwischenaktmusik beigesteuert, die weit hinter Hamsuns Worten zurückbleibt und völlig überflüssig war“.
Gerd Schulte, Hannoversche Allgemeine, 15.2.1956

Oberst Chabert, Fernsehspiel, BR 20.5.1956
von Hartmut Grund nach Honoré de Balsac

„Die Musik (Karl v. Feilitzsch, der sensibelste der Komponisten, die heute für die Sprechbühne arbeiten), sparsam eingesetzt, gab den Höhepunkten der Handlung resigniert-versöhnende Akzente. Man fragt sich aber – ohne seine Leistung schmälern zu wollen-:wozu braucht dieses Stück und seine Inszenierung Musik? Der Unfug, der mit der Musik im Film als Stimulanz der Stimmung um jeden Preis getrieben wird – muss er denn im Fernsehen übernommen werden?“
Gong und Funk Korrespondenz Nr. 21, 23.5.1956/B

Die Heilige Johanna, G.B. Shaw, Deutsches Theater, Juli 1961

„Einiges offenkundiges Missfallen richtete sich gegen die Musik Karl v. Feilitzsch. Sie klang wie Honeggers „Pacific 231“ dem man ein Landsknechtlied zugefügt hat“
Karl Schumann, SZ 20/30.7.1961

Text der “Apokalypse”

Apokalypse-Text-de
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