Über die Wiederentdeckung der Jazz-Kantate „Apokalypse“
Was bedeutet Zivilcourage heute? Und was hat die „Apokalypse“ mit Demokratie, Umweltschutz, dem Kriegsende 1918 und mit unserer heutigen Zeit zu tun? Die Antworten darauf gab die Uraufführung der letzten Version des Feilitzsch-Hauptwerks, am 11. November 2018 im Herkulessaal in München.
Ziele der Veranstaltung war, ein in Qualität und Wirkung nachhaltiges, zeitgemäßes Musikformat zu vermitteln sowie an das Œuvre und Engagement des Komponisten Feilitzsch zu erinnern.
Der Abend begann mit der Vorführung des kurzen Films „apocalypse“ von Gisbert Hinke aus dem Jahr 1955, in dem der Regisseur Text- und Musik-Zitate aus der Jazzkantate zu einem Kunstfilm im Stil der damaligen Zeit verarbeitet hat. Dieser Film wurde für die geplante Vorführung auf einer Großleinwand aufwendig restauriert.
Karl Feilitzsch war nicht nur Komponist, sondern auch Umweltaktivist. Aus diesem Zusammenhang heraus wurde unter konzeptioneller Verantwortung des Kulturbüros KLANGWORK eine inhaltliche Verbindung in die heutige Zeit gesucht. Es konnte eine Kooperation (Schirmherrschaft) mit der Jugendumweltorganisation „Plant-for-the-Planet“ hergestellt und die Gründer der Organisation zu einem Impulsvortrag eingeladen werden. Außerdem wurde anlässlich des Termins (11.11.1918 / 100 Jahre Ende Erster Weltkrieg) eine Kooperation mit dem BLKM, dem NS-Dokumentationszentrum und der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit erwirkt. Sie zielte darauf ab, möglichst viele junge Erwachsene auf das Thema „Musik für Demokratie, Frieden und Umweltschutz“ aufmerksam zu machen. Nach einer gemeinsam durchgeführten Lehrerfortbildung, bei der Angela Gräfin von Wallwitz, Tochter des Komponisten, und der Musikwissenschaftler Dr. Karl Richter über das Leben, Werke und Wirken von Karl Feilitzsch referierten, konnten insgesamt rund 300 Schüler diverser Bildungseinrichtungen aus München und Oberbayern mit ihren Lehrkräften für das Thema interessiert und ins Konzert eingeladen werden. Dafür wurden Stifter („Kartenpaten“) gefunden, die den kostenlosen Eintritt der Schüler und Lehrer ermöglichten.
Dank der musikwissenschaftlichen wie politischen Bedeutung der Veranstaltung wurde das Projekt auch offiziell in die Themenreihe des Kulturreferats der Landeshauptstadt München „1918 / 2018 Was ist Demokratie?“ aufgenommen. Damit wurde die Veranstaltung auch in den städtischen PR-Kanälen kommuniziert, was zusammen mit allen weiteren umfangreichen Marketing-Maßnahmen der Produzentin zu einer fast vollen Veranstaltung in der Münchner Residenz führte, die am Ende rund 1000 Besucher zählen durfte.
Programm
- Kunstfilm „apocalypse“ (1955), Gisbert Hinke
- Vortrag von Frithjof Finkbeiner (Vorstand „Plant-for-the-Planet“ Foundation) und Benedikt Eder (Botschafter bei „Plant-for-the-Planet“); Schirmherr: Felix Finkbeiner
- Umbaupause mit Bewirtung im Foyer
- Jazz-Kantate „Apokalypse“, Uraufführung der Neufassung (1972), Karl Feilitzsch
Besetzung
- Musikalische Leitung: Patrick Hahn
- Ensemble: Instrumentalisten des Orchesters KlangVerwaltung
- Sprecher: Elna Lindgens, Christopher Robson, Stefan Wilkening
- Tenor: Jürgen Sacher
- Bariton: Christian Rieger
- Chor: Mitglieder des Chors des Bayerischen Rundfunks
- Dramaturgie: Margarete Adler-Koerber
- Lichttechnik / -regie: Benedikt Zehm
- Gesamtkonzeption / Produktionsleitung / Vertrieb, Marketing & Presse: Birgit Chlupacek/KLANGWORK
Audio-Dateien der Aufführung im Herkulessaal München, 11.11.2018
Titel 1
Titel 2
Titel 3
Titel 4
Titel 5
Titel 6
Titel 7
Titel 8
Titel 9
Titel 10
Titel 11
Titel 12
Titel 13
Videomitschnitt der “Apokalypse” (Herkulessaal München, 11.11.2018)
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Mehr InformationenLibretto
Karl Feilitzsch zur „Apokalypse“ von 1949 (BR Archiv 01.08.1949)
Audio-Datei der „Apokalypse“ in der Fassung von 1949
Libretto / Partituren der „Apokalypse“ als pdf-Datei
Falls Sie Interesse haben das Werk „Apokalypse“ genauer kennenzulernen, können Sie die Partituren kostenfrei herunterladen. Falls Sie eine Aufführung planen, bitten wir Sie darum, die entsprechenden Aufführungsrechte einzuholen.



